Was hat sich geändert?
Seit dem 3. März 2025 gelten neue Konditionen für gewerbliche Anbieter auf Kleinanzeigen.de. Die wichtigsten Änderungen: Weniger kostenlose Anzeigen und höhere Gebühren beim Einstellen und Verlängern.
Zuvor konnten gewerbliche Anbieter je nach Kategorie bis zu zehn Anzeigen kostenlos schalten. Das wurde deutlich reduziert. In Kategorien wie Haus und Garten, Elektronik oder Familie und Kind sind jetzt nur noch fünf kostenlose Anzeigen innerhalb von 30 Tagen möglich. Bei Dienstleistungen sind es nur noch zwei, bei Jobs sogar nur eine einzige.
Die Einstell- und Verlängerungsgebühren wurden ebenfalls angehoben. Für Konsumgüter liegen sie jetzt bei 1,99 bis 2,49 Euro pro Anzeige. Für Dienstleistungen bei 3,99 bis 4,99 Euro. Und im Bereich Jobs bei 12,99 bis 14,99 Euro.
PRO-Pakete: Neue Features, höhere Preise
Im Dezember 2025 hat Kleinanzeigen zusätzlich die PRO-Pakete für gewerbliche Nutzer überarbeitet. Neue Features wie Startseitenplatzierung in Kategorien, Verkaufslabels (schneller Versand, Verkäufergarantie) und die Möglichkeit, Nutzer mit Merklisten-Artikeln direkt anzuschreiben, wurden eingeführt.
Diese neuen Funktionen stehen allerdings erst ab den größeren PRO-Paketen zur Verfügung. Gleichzeitig wurden die Preise für umfangreichere Pakete angehoben — für Bestandskunden greifen die neuen Preise seit Februar 2026.
Die kleinsten Pakete (1 und 5 Anzeigenplätze) bleiben preislich stabil. Wer aber mehr als 5 Anzeigen gleichzeitig schalten will, zahlt jetzt mehr.
Was bedeutet das in der Praxis?
Für Hobby-Gewerbliche, die nebenberuflich 20–30 Artikel im Bestand haben, wird es eng. Mit nur fünf kostenlosen Anzeigen pro 30 Tage und 1,99 Euro Gebühr pro weiterer Anzeige summiert sich das schnell. Bei 30 Artikeln sind das rund 50 Euro im Monat, nur für das Einstellen.
In Foren wie dem Sellerforum berichten Händler, dass sich die Gebühren für niederpreisige Artikel kaum noch lohnen. Ein Artikel für 5 Euro mit 1,99 Euro Einstellgebühr plus eventuell 1,99 Euro Verlängerungsgebühr — da bleibt nach Versand und Aufwand nichts übrig.
Für größere gewerbliche Anbieter mit PRO-Paketen sind die Gebühren pro Anzeige niedriger, aber die monatlichen Fixkosten steigen. Und Kleinanzeigen bietet nach wie vor keine API-Schnittstelle für Warenwirtschaftssysteme — das bedeutet, jede Anzeige muss weiterhin manuell eingestellt werden.
Drei Strategien, um trotzdem profitabel zu verkaufen
Strategie 1: Nicht alles auf Kleinanzeigen setzen. Wer bisher nur auf Kleinanzeigen verkauft hat, sollte jetzt spätestens auch Vinted und eBay in Betracht ziehen. Auf Vinted sind Einstellen und Verkaufen für den Verkäufer komplett kostenlos — die Gebühren zahlt der Käufer. Auf eBay gibt es ein monatliches Kontingent kostenloser Angebote, und die eBay-API ermöglicht eine deutlich effizientere Verwaltung.
Strategie 2: Weniger, aber bessere Anzeigen. Statt 50 mittelmäßige Anzeigen lieber 15 starke mit guten Fotos, durchdachtem Titel und aussagekräftiger Beschreibung. Gute Anzeigen verkaufen schneller, was die effektiven Kosten pro Verkauf senkt.
Strategie 3: Inventar zentral verwalten. Wer auf mehreren Plattformen verkauft, braucht eine zentrale Übersicht. Ein Inventar-Tool, das Artikel einmal erfasst und auf die gewünschten Plattformen verteilt, spart nicht nur Zeit — es verhindert auch Doppelverkäufe und macht die Kosten pro Plattform transparent.
Fazit
Die Gebührenerhöhung auf Kleinanzeigen zwingt gewerbliche Verkäufer zum Umdenken. Nur auf Kleinanzeigen zu setzen wird teurer und ineffizienter. Wer seinen Bestand über mehrere Plattformen verteilt und die Verwaltung effizienter gestaltet, kann die höheren Kosten mehr als ausgleichen — durch schnellere Verkäufe und breitere Reichweite.
Häufige Fragen zu Kleinanzeigen-Gebühren
Wie viele kostenlose Anzeigen habe ich als gewerblicher Verkäufer auf Kleinanzeigen?
Seit März 2025 hat Kleinanzeigen das kostenlose Kontingent für gewerbliche Anbieter deutlich reduziert. Die genaue Anzahl hängt von deinem Kontotyp und Paket ab — ohne PRO-Paket sind es oft nur noch wenige kostenlose Anzeigen pro Monat.
Lohnt sich ein Kleinanzeigen PRO-Paket?
Das hängt von deinem Volumen ab. Wenn du regelmäßig mehr als 10–15 Anzeigen pro Monat einstellst, rechnen sich die PRO-Pakete schnell. Vergleiche aber immer mit dem Gesamtbild: Auf Vinted zahlst du als Verkäufer gar keine Gebühren.
Welche Plattform ist für gewerbliche Verkäufer am günstigsten?
Vinted ist für Verkäufer komplett kostenlos — die Gebühren zahlt der Käufer. eBay bietet ein monatliches Kontingent kostenloser Angebote. Kleinanzeigen wird mit den neuen Gebühren die teuerste der drei Plattformen für Vielverkäufer.
