Krankengeld für Selbstständige: Was gilt, was nicht, und wie man sich absichert

Selbstständige haben keinen automatischen Krankengeld-Anspruch. Was die GKV-Option kostet, wann sie sich lohnt — und welche Alternativen es gibt.

05.04.2026·2 Min. Lesezeit

Wer selbstständig ist und länger krank wird, erlebt das schnell: Kein Gehalt, kein Arbeitgeber der einspringt, kein automatisches Krankengeld. Nur die laufenden Kosten, die weiterlaufen.

Das ist das Standardszenario — und es ist vermeidbar.

Der Grundsatz: Kein automatischer Anspruch

Selbstständige, die freiwillig gesetzlich versichert sind, zahlen Krankenversicherungsbeiträge. Aber der Standardbeitrag enthält kein Krankengeld.

Im Standardtarif der GKV sind Selbstständige erst ab dem 22. Krankenheitstag abgesichert — aber auch das nur wenn sie explizit den Krankengeld-Tarif gewählt haben.

Wer also nicht aktiv die Krankengeld-Option wählt, bekommt als Selbstständiger kein Krankengeld.

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Die GKV-Krankengeld-Option für Selbstständige

Wer freiwillig gesetzlich versichert ist, kann die Krankengeld-Option wählen. Es gibt zwei Varianten:

Option ab dem 43. Tag: Krankengeld beginnt wie bei Angestellten erst nach 6 Wochen. Günstigster Tarif, aber die ersten 6 Wochen sind unabgesichert.

Option ab dem 22. Tag: Krankengeld beginnt nach 3 Wochen. Etwas teurer, aber weniger Selbsttragungszeit.

Was kostet die Krankengeld-Option? Der Aufpreis liegt bei ca. 0,6–1,4 % des beitragspflichtigen Einkommens zusätzlich zum normalen GKV-Beitrag.

Bei einem Einkommen von 3.000 €/Monat sind das ca. 18–42 € monatlich mehr Beitrag — für eine Absicherung, die im Ernstfall mehrere tausend Euro pro Monat bedeuten kann.

Alternative: Private Krankentagegeldversicherung

Wer privat krankenversichert ist oder als Selbstständiger eine höhere Absicherung will, kann eine private Krankentagegeldversicherung abschließen.

Vorteile:

Nachteile:

Wann ist Krankentagegeld sinnvoll? Als Ergänzung zur GKV-Krankengeld-Option für die ersten Wochen (Karenzzeitabsicherung), oder als vollständiger Einkommensersatz für PKV-Versicherte.

Was ist die Berufsunfähigkeitsversicherung — und warum ist sie wichtiger?

Krankentagegeld und Krankengeld decken vorübergehende Erkrankungen ab. Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zahlt, wenn jemand seinen Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben kann.

Das ist ein fundamental anderes Risiko.

Der entscheidende Unterschied:

Für Selbstständige ist die BU-Versicherung deshalb oft die wichtigere der beiden Absicherungen — weil es keine staatliche Erwerbsminderungsrente gibt, wenn man nicht in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat.

Das unterschätzte Risiko: Burnout und psychische Erkrankungen

Psychische Erkrankungen sind seit Jahren die häufigste Ursache für längere Arbeitsunfähigkeit — auch bei Selbstständigen.

Das besondere Problem bei Burnout: Viele Selbstständige arbeiten bis zum Zusammenbruch, weil sie glauben es keine Alternative gibt. Ein kranker Selbstständiger verdient nichts — aber ein Selbstständiger ohne Absicherung verliert im Krankheitsfall alles auf einmal.

Die Absicherung muss vor dem Ereignis stehen.

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+Ich bin neu selbstständig — wann sollte ich die Krankengeld-Option wählen?

Sofort. Bei der Anmeldung zur freiwilligen GKV die Krankengeld-Option direkt mit wählen. Nachträgliche Änderungen sind nur zu bestimmten Zeitpunkten möglich. Der Aufpreis ist gering im Vergleich zum Risiko.

+Ich bin in der PKV — was sind meine Optionen?

Als PKV-Versicherter gibt es kein GKV-Krankengeld. Die einzige Option ist eine private Krankentagegeldversicherung — ideally abgeschlossen wenn man gesund ist. Die Tagessatzhöhe sollte mindestens das bisherige Nettoeinkommen abdecken.

+Was ist wenn ich als Selbstständiger krank werde und keine Absicherung habe?

Nach 4 Wochen kann Bürgergeld beantragt werden wenn das Einkommen wegfällt und kein Vermögen vorhanden ist. Das ist die unterste Auffanglinie — mit erheblichen Auswirkungen auf Vermögen und Lebenssituation.

+Kann ich als Selbstständiger in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen?

Ja, freiwillig. Das schafft Ansprüche auf Erwerbsminderungsrente — aber erst nach 5 Beitragsjahren. Für viele Selbstständige ist das eine sinnvolle Ergänzung zur privaten Absicherung.


Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Versicherungsberatung.

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