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Pflegegrade 1–5: Was sie bedeuten und was die Pflegekasse zahlt

Pflegegrade 1–5: Was sie bedeuten und was die Pflegekasse zahlt

06.03.2026·2 Min. Lesezeit·pflegegradekassenleistungbegutachtung

"Pflegegrad 3" — viele haben diesen Begriff gehört. Aber was er konkret bedeutet, was er im Pflegeheim kostet, und wie er festgestellt wird, wissen die wenigsten. Dabei ist der Pflegegrad die entscheidende Zahl für alle finanziellen Planungen rund um den Pflegefall.

Was ist ein Pflegegrad?

Der Pflegegrad beschreibt den Grad der Selbstständigkeit — genauer gesagt, wie eingeschränkt jemand in seiner Alltagskompetenz ist. Das Konzept löste 2017 die alten "Pflegestufen" ab. Das neue System bewertet sechs Lebensbereiche:

  1. Mobilität (Fortbewegung, Treppensteigen, Positionswechsel)
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  4. Selbstversorgung (Körperpflege, Ernährung, Toilettengang)
  5. Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Die fünf Pflegegrade

PflegegradGesamtpunkteBeschreibung
PG 112,5 – 27Geringe Beeinträchtigung, weitgehend selbstständig
PG 227 – 47,5Erhebliche Beeinträchtigung, beginnende Einschränkungen
PG 347,5 – 70Schwere Beeinträchtigung — häufigster Grad im Heim
PG 470 – 90Schwerste Beeinträchtigung, intensive Pflege nötig
PG 590 – 100Vollständige Pflegebedürftigkeit mit besonderem Bedarf

Was zahlt die Pflegekasse 2026?

PflegegradStationär (Heim)Pflegegeld (häuslich)∅ Lücke West
PG 2770 €347 €~3.030 €
PG 31.262 €599 €~2.538 €
PG 41.775 €800 €~2.025 €
PG 52.005 €990 €~1.795 €

Bemerkenswert: Pflegegrad 2 hat oft die höchste monatliche Eigenlücke, weil die Kassenleistung niedrig ist, die Heimkosten aber ähnlich hoch.

Wie wird der Pflegegrad beantragt?

  1. Antrag stellen — formlos bei der Pflegekasse. Bearbeitungsfrist: 25 Arbeitstage.
  2. Begutachtung durch MDK — Hausbesuch 45–90 Minuten.
  3. Bescheid — Bei Ablehnung oder zu niedrigem Grad: Widerspruch innerhalb von 4 Wochen möglich.

Wichtig: Der Pflegegrad gilt rückwirkend ab Antragstellung — nicht ab Begutachtungstermin. Deshalb: Antrag so früh wie möglich stellen.

Wann wird der Pflegegrad neu bewertet?

Der Pflegegrad kann jederzeit neu beantragt werden, wenn sich der Zustand verschlechtert. Viele Familien wissen nicht, dass der ursprüngliche Grad nach einigen Monaten zu niedrig sein kann — und eine Neubewilligung höhere Kassenleistungen bringt.

+Was ist der Unterschied zwischen Pflegegrad 2 und 3?

Bei Pflegegrad 2 liegt eine erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit vor (27–47,5 Punkte), bei Pflegegrad 3 eine schwere (47,5–70 Punkte). Konkret bedeutet das: Ab Pflegegrad 3 brauchen Betroffene bei den meisten Alltagsaktivitäten regelmäßig Hilfe — und die Kassenleistung steigt von 770 € auf 1.262 € monatlich im Heim.

+Kann man gegen den Pflegegrad Widerspruch einlegen?

Ja, innerhalb von vier Wochen nach dem Bescheid kannst du schriftlich Widerspruch bei der Pflegekasse einlegen. Es lohnt sich, das MDK-Gutachten genau zu prüfen — häufig werden einzelne Lebensbereiche zu niedrig bewertet. Eine Pflegeberatung oder ein Sozialdienst kann dabei helfen.

+Wie lange dauert die Begutachtung durch den MDK?

Vom Antrag bis zum Bescheid vergehen in der Regel 25 Arbeitstage. Der Hausbesuch selbst dauert etwa 45 bis 90 Minuten. Wird die Frist überschritten, steht dir pro angefangener Woche eine Entschädigung von 70 Euro zu.

+Bekommt man bei Pflegegrad 1 auch Geld von der Pflegekasse?

Bei Pflegegrad 1 gibt es kein Pflegegeld und keine stationäre Leistung. Allerdings hast du Anspruch auf den Entlastungsbetrag von 125 € monatlich, Pflegeberatung und Zuschüsse für Wohnraumanpassung bis 4.000 €.

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